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GTPS

The management of greater trochanteric pain syndrome: A systematic literature review

GTPS und der Mythos Bursitis trochanterica

Im klinischen Alltag wird der laterale Hüftschmerz (GTPS = Greater Trochanteric Pain Syndrom) sehr oft mit einer Bursitis trochanterica gleichgesetzt. Dies ist ein Mythos, denn sowohl klinische Erfahrung wie auch die Literatur zeigen, dass Bursitiden viel seltener sind als beispielsweise Pathologien der Rotatorenmanschette der Hüfte oder des iliotibialen Bandes. Am diesjährigen rheumatologischen Jahreskongress in San Diego (ACR) wurden hierzu neue Daten präsentiert. Im Abstract #231 zeigten Kohler et al Daten einer prospektiven Beobachtungsstudie von 74 Patienten mit Schmerzsyndrom im Bereiche des Trochanter majors. In dieser Untersuchung konnte nur bei 46% der Patienten eine Bursitis dargestellt werden. Bei über 80% waren kortikale Irregularitäten im Bereiche der Insertion der Rotatorenmanschette der Hüfte vorhanden. Tendinopathien und Läsionen der Rotatorenmanschette waren die am Häufigsten erhobenen Befunde ( Tab. 1).


Ultraschabefund N (%)

Bursitis 34 (46.0)

Verkalkungen im Gluteus medius 29 (39.2)

Verkalkungen im Gluteus minimus 7 (9.5)

Enthesophyten an der Insertion des Gluteus medius 7 (9.5)

Enthesophyten an der Insertion des Gluteus minimus 1 (1.4)

Gluteus medius Tendinopathie 57 (77.0)

Gluteus medius Partialruptur 11 (14.9)

Gluteus medius Transmurale Ruptur 1 (1.4)

Gluteus minimus Tendinopathie 10 (13.5)

Gluteus minimus Partialruptur 3 (4.1)

Tensor fascia latae Pathologie 14 (18.9)

Tractus iliotibialis Pathologie 9 (12.2)

Tab. 1: Ultraschallbefunde an der lateralen Hüfte bei GTPS nach Kohler et al, ACR 2013

Quiroz et al im Abstract #855 präsentierten eine retrospektive Analyse bei GTPS mit 124 Ultraschalluntersuchungen bei 96 Patienten. Auch in diese Studie waren Tendinopathien der Gluteus medius- und/oder Gluteus minimus-Sehne in ungefähr 50% der Untersuchungen die Hauptbefunde.

Eine isolierte Bursitis ohne weitere Pathologien bestand nur in 4% der Untersuchungen. 14,5% der Ultraschalluntersuchungen zeigten eine Kombination einer Tendinopathie und Begleitbursitis. In dieser Studie konnte im Weiteren eine gute Übereinstimmung zwischen Ultraschall- und MRI-Befunden gezeigt werden.

Kürzlich wurden von von einer Gruppe aus dem Thomas Jefferson University Hospital (Long et al 2013) Daten aus seiner retrospektiven Analyse von 877 Patienten publiziert, wo eine Bursitis auch nur bei einem Fünftel der Patienten gefunden werden konnte.

Literatur beim Autor