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Psoriasis-Arthritis

Die Psoriasis-Arthritis ist eine polygene Erkrankung. HLA-Cw6 ist mit schwerer Haut-Psoriasis mit frühem Beginn assoziiert. HLA-B38 und HLA-B39 sind mit Psoriasis-Arthritis assoziiert und HLA-B27 ist mit Sakroiliitis und Spondylitis assoziiert. Interessanterweise sind nur 50% der Patienten mit psoriatischer Sakroiliitis/Spondylitis HLA-B27 positiv.


Klinische Merkmale, welche auf eine Psoriasis-Arthritis hinweisen:

  • Asymmetrische Gelenkbeteiligung
  • Abwesenheit von Rheumafaktor
  • Wesentliche Nagelgruben (>60 Gruben insgesamt ist pathognomonisch) oder Nagel-Dystrophie
  • Beteiligung der DIP-Gelenke in Abwesenheit einer Arthrose
  • "Wurstfinger" (Daktylitis): in 30-50%, aufgrund von Synovitis und Flexoren-Tenosynovitis
  • Enthesitis: in 35-40%, am häufigsten Achilles-Sehne und Ansatz der plantaren Faszie
  • Familiengeschichte von Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis
  • Hinweise im axialen Röntgenbild auf Sakroiliitis, paravertebrale Ossifikation und Syndesmophyten
  • Periphere radiographische Hinweise auf erosive Arthritis mit einem relativen Mangel von periartikulärer Osteopenie
  • Synovialbiopsien zeigen eine erhöhte Vaskularität und die Anwesenheit von Makrophagen (CD163+), Lymphozyten und Neutrophilen.

Klassifikation der Psoriasis-Arthritis (CASPAR)

  1. Nachweis einer Psoriasis (aktuell, Vergangenheit, Familie): zwei Punkte falls aktuell, andernfalls ein Punkt
  2. Psoriatische Nagel-Dystrophie: ein Punkt
  3. Negativer Rheumafaktor: ein Punkt
  4. Daktylitis (aktuell, Vorgeschichte): ein Punkt
  5. Radiographische Hinweise auf juxaartikuläre Knochenneubildung: ein Punkt

Drei oder mehr Punkte haben eine Spezifität von 99% und eine Sensitivität von 92% für die Diagnose der Psoriasis-Arthritis.

Klassifikation der Gelenkbeteiligung in Psoriasis-Arthritis

Subtyp

Prozentsatz

Typische Gelenke

Asymmetrische oligoartikuläre Erkrankung

15 bis 20

DIP- und PIP-Gelenke der Hände und Füsse. MCP-Gelenke, MTP-Gelenke, Knie, Hüften, Knöchel

Vorwiegende DIP-Beteiligung

2 bis 5

DIP-Gelenke

Arthritis mutilans

5

DIP-Gelenke, PIP-Gelenke

Polyarthritis “rheumatoid-artig”

50 bis 60

MCP-Gelenke, PIP-Gelenke und Handgelenke

Axiale Beteiligung (isoliert)

2 bis 5

Sakroiliakal, vertebral

DIP, Distal interphalangeal; MCP, metacarpophalangeal; MTP, metatarsophalangeal; PIP, proximal interphalangeal.


Patienten sollten ähnlich wie bei anderen entzündlichen Arthritiden behandelt werden. Eine polyartikuläre Erkrankung und ein erhöhtes CRP/BSR weisen auf eine schlechtere Prognose hin. In einigen Fällen kann die Erkrankung nur mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) unter Kontrolle gebracht werden. Intraartikuläre Steroid-Injektionen sind besonders in solchen Gelenken hilfreich, die nicht auf NSAR ansprechen und nachweislich nicht infiziert sind. Methotrexat, Sulfasalazin, Leflunomid und Cyclosporin haben alle einen kleinen Einfluss auf Hautbeteiligung, periphere Arthritis, Enthesitis und Daktylitis. Es konnte jedoch für keines dieser Medikamente gezeigt werden, dass sie die radiographische Progression aufhalten und sie sind auch gegen eine axiale Erkrankung oder Nagel-Erkrankung nicht effektiv. Aufgrund der hohen Konzentrationen von TNF-α im Synovium einer Psoriasis-Arthritis, sind anti-TNF-α-Mittel mit oder ohne Methotrexat eine effektive Therapie gegen Arthritis, Daktylitis, Enthesitis, Spondylitis und Hauterkrankung. Übergewicht scheint die Wirksamkeit der anti-TNF-α-Mittel abzuschwächen.


Pubmed

UpToDate

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Video


Web

Hopkins Arthritis

National Psoriasis Foundation

Healthline

MayoClinic

NHS UK

Patientenbroschüre Rheumaliga Schweiz (German)