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Milwaukee-Schultersyndrom

Das Milwaukee-Schultersyndrom ist gekennzeichnet durch eine schwerere degenerative Arthritis des Glenohumeralgelenks mit Beeinträchtigung der Rotatorenmanschette und ist mit der Anwesenheit von BCP-Kristallen assoziiert. Beim körperlichen Untersuch weisen die grossen Gelenke oft Ergüsse auf. Patienten mit dem Milwauke-Schultersyndrom sind normalerweise Frauen im Alter von 70-79 Jahren. Eine bilaterale Beteiligung der Schulter ist häufig, wobei die dominante Seite schwerer betroffen ist. Viele dieser Patienten weisen eine Vorgeschichte von Schulter-Impingement mit verkalkender Tendonitis auf. Es wird postuliert, dass sich die BCP-Kristalle von Kalkablagerungen der Sehne/Bursa abschuppen. Diese BCP-Kristalle lokalisieren sich am Synovium, wo sie als Mitogene wirken und die Produktion von Zytokinen und Matrix-Metalloproteinasen in den synovialen Makrophagen und Fibroblasten steigern. Die Kollagenase und andere MMPs tragen wiederum zur Beeinträchtigung der Rotatorenmanschette bei und beschleunigen degenerative Veränderungen in der Schulter.

Die Symptome variieren von minimal symptomatisch bei Bewegung der Schulter zu starken Schmerzen in Ruhe. Der körperliche Untersuch zeigt verminderten aktiven und passiven Bewegungsumfang mit glenohumeralem Krepitieren. Die Gelenksergüsse können umfangreich sein. Die Synovialflüssigkeit, welche oft Strähnen von Blut enthält, ist nichtentzündlich mit wenigen weissen Blutkörperchen, die vor allem mononukleär sind. Auf Röntgenbildern zeigt sich eine schwere Arthrose des Glenohumeralgelenks, die mit einer Aufwärtsverschiebung des Humeruskopfs assoziiert ist und damit auf einen Defekt der Rotatorenmanschette hinweist. Interessanterweise gibt es verglichen mit CPPD und primärer Arthrose eine relative Knappheit von Osteophyten (atrophische degenerative Arthritis). Weichteilverkalkungen können auch vorhanden sein.


Pubmed

UpToDate

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Web:

Radiopaedia

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