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Enteropathische Arthritiden

Mit entzündlicher Arthritis assoziierte Darmerkrankungen:

  • Idiopathische, entzündliche Darmerkrankungen (inflammatory bowel diseases, IBD: Colitis ulcerosa und Morbus Crohn), Pouchitis
  • Mikroskopische Kolitis (lymphozytäre Kolitis und kollagene Kolitis)
  • Infektiöse Gastroenteritis und pseudomembranöse Kolitis
  • Morbus Whipple
  • Glutensensitive Enteropathie (Zöliakie, Sprue)
  • Intestinale Bypass-Arthritis

Auftreten von entzündlicher peripherer und/oder spinaler Arthritis in Patienten mit idopathischer IBD:

Colitis ulcerosa

Morbus Crohn

Periphere Arthritis

5-10%

10-15%

Sakroiliitis

15%

15%

Sakroiliitis/Spondylitis

5%

10%

Klinische Merkmale einer entzündlichen peripheren Arthritis, die mit idiopathischer IBD assoziiert ist:

Typ 1 (Arthritis entspricht oft der IBD-Aktivität): tritt in 4-6% der IBD-Patienten auf und betrifft Männer und Frauen gleich oft; normalerweise mit akutem Beginn (80%), asymmetrisch (80%) und oligoartikulär (betrifft normalerweise weniger als fünf Gelenke, wobei Knie und Knöchel am häufigsten betroffen sind). Die Arthritis tritt vor oder früh im Verlauf der Darmerkrankung auf und ist mit Aufflackern der IBD und anderen extraartikulären Manifestationen (Erythema nodosum, Uveitis) stark assoziiert. Die meisten arthritischen Episoden sind selbstlimitiert: 80% erholen sich innerhalb 3 Monaten. Diese Art von Arthritis führt nicht zu radiographischen Veränderungen oder Deformitäten.

Typ 2 (Arthritis ist unabhängig von der IBD-Aktivität): ist seltener und tritt in 3-4% der IBD-Patienten auf. Die Arthritis ist eher symmetrisch (80%), polyartikulär (Metacarpophalangeal-Gelenke > Knie und Knöchel > andere Gelenke), verläuft unabhängig von der Aktivität der entzündlichen Darmerkrankung und korreliert nicht mit extraartikulären Manifestationen (ausser Uveitis). Die aktive Arthritis ist chronisch (90%) und Epsioden von Exazerbation und Remission können über Jahre hinweg fortdauern. Diese Art von Arthritis kann Erosionen und Deformitäten verursachen.

Ungefähr 25% der IBD-Patienten haben eine Kombination von extraintestinalen Manifestationen:

P - Pyoderma gangraenosum (<2% - 5%).

A - Aphthöse Stomatitis (<10%): häufiger in Colitis ulcerosa

I - Inflammatorische Augenerkrankung (akute anteriore Uveitis, 5-15%): häufiger in Morbus Crohn

N - Nodosum (Erythem; <10% - 15%).

Humanes Leukozyten-Antigen-B27 (HLA-B27) tritt häufiger als erwartet mit inflammatorischer Arthritis auf. 8% der normalen gesunden weissen Bevölkerung hat ein HLA-B27-Gen, aber ein Patient mit IBD mit einem HLA-B27-Gen hat ein sieben- bis zehnfach erhöhtes Risiko einer entzündlichen Sakroiliitis/Spondylitis verglichen mit IBD-Patienten, die HLA-B27-negativ sind.

Rheumatische Probleme in IBD-Patienten:

  • Achilles-Enthesitis / plantare Fasziitis (Enthesiopathie)
  • Granulomatöse Läsionen der Knochen und Gelenke
  • Hypertrophe Osteoarthropathie (Periostitis)
  • Psoas-Abszess oder septische Hüftarthritis durch Bildung einer Fistel (Morbus Crohn)
  • Osteoporose und avaskuläre Nekrose sekundär auf Medikamente (z.B. Prednison)
  • Vaskulitis
  • Amyloidose

Pubmed

UpToDate


Web:

Medscape

SpA Imaging

IBDnet

Inflammatory Bowel Diseases, ECCO


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