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Familiäre Autoinflammatorische Syndrome (FAS)

Familiäre autoinflammatorische Syndrome (FAS) sind charakterisiert durch wiederkehrende Episoden von Antigen-abhängiger Entzündung, Beteiligung des angeborenen Immunsystems (vor allem IL1β-vermittelt) und Abwesenheit von Infektion oder Autoimmunität (keine Autoantikörper).

Akute, unprovozierte Anfälle sind typischerweise charakterisiert duch Fieber und erhöhte entzündliche Marker, welche mit zusätzlichen Symptomen der Gelenke, des Abdomens, der Haut und der Augen assoziiert sind. Akute Anfälle klären sich spontan und zwischen den akuten Anfällen sind die Patienten normalerweise asymptomatisch mit normalen Laborwerten.

  • Autoinflammatorische Syndrome als wiederkehrende Episoden von Entzündung ohne Hinweis auf Infektion oder Autoantikörper.
  • Autoinflammatorische Syndrome sind durch Episoden von Fieber, Ausschlag, Arthritis, Peritonitis, Augenentzündung und erhöhte Akute-Phase-Proteine in verschiedenen Kombinationen charakterisiert; diese Symptome normalisieren sich zwischen den Episoden.
  • Familiäres Mittelmeerfieber (FMF) ist das einzige autoinflammatorische Syndrom, das auf Colchicin anspricht.
  • In den Cryopyrin-assoziierten periodischen Syndromen (CAPS), führen NLRP3-Mutationen zu einer Dysfunktion des Inflammasoms, was eine abnormale Interleukin-1β (IL-1β)-Produktion zur Folge hat.
  • Amyloidose (AA) kann in unbehandelten Patienten zu Nierenversagen führen.
  • IL-1β-Inhibitoren sind die wirksamste Therapie für viele der Krankheiten.

Die häufigste FAS ist das Familiäre Mittelmeerfieber (FMF).

Es gibt zwei Präsentationen von FMF. Typ 1 ist charakterisiert durch wiederkehrende Episoden von Entzündung und Serositis. Patienten können eine AA und Nierenversagen entwickeln. Typ 2, wo es keine Vorgeschichte von entzündlichen Episoden gibt, ist charakterisiert durch AA (vor allem renal) als erste Manifestation von FMF. Beide Typen von FMF sprechen auf eine Colchicin-Therapie an.

Klinisch charakteristische Merkmale einer akuten FMF-Episode:

  • Kinder <20 Jahre alt (90% der Fälle) von ostmediterraner Abstammung (armenische, jüdische, arabische und türkische Herkunft)
  • Das Fieber dauert 12-72 Stunden (100%)
  • Serositis: generalisierte Peritonitis (85-95%), unilaterale Pleuritis (33-66%)
  • Typischerweise nichtdestruktive monoartikuläre Arthritis der grossen Gelenke (Hüfte, Knie, Knöchel, Handgelenk) (50-77%): starke Schmerzen, unverhältnismässig zur Schwellung; Abwesenheit von Erythem und Wärme; schlechtes Ansprechen auf Prednison, Erysipel-ähnlicher Ausschlag (30%)
  • Anfälle sprechen auf Colchicin an
  • Wiederauftreten der Anfälle: durchschnittlich alle 2-4 Wochen
  • Ungewöhnliche Manifestationen: Polyarthritis, verlängerte Arthritis, starke Myalgien der unteren Extremitäten, aseptische Meningitis, Perikarditis, skrotale Schwellung, Lymphadenopathie, Henoch-Schönlein-Purpura, Infertilität aufgrund von peritonealen Adhäsionen

Pubmed

UpToDate


Web:

Medscape Hereditary Periodic Fever Syndromes

American College of Rheumatology CAPS-Juvenile

ScienceDirect

Familial Mediterranean Fever


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