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Gicht

Der englische Begriff 'gout' kommt vom Lateinischen 'gutta', was Tropfen bedeutet. Im 13. Jahrhundert galt ein Tropfen schlechten Humors (Körperflüssigkeit) als Ursache der Gicht, wodurch verletztliche Gelenke betroffen wurden.

Die Gicht ist eine Erkrankung, bei der aufgrund einer Hyperurikämie (MSU-Übersättigung der Extrazellularflüssigkeit) eine Gewebeablagerung von Monosodium-Urat-Kristallen (MSU) auftritt, was zu einer oder mehreren der folgenden Manifestationen führt:

  • Gicht-Arthritis
  • Tophi (angehäufte Ablagerungen von MSU in artikulären, ossären, kartilaginösen oder bindgewebigen Bereichen)
  • Gicht-Nephropathie
  • Harnsäure-Nephrolithiasis

Wichtige Punkte:

  • Gicht ist die häufigste Ursache einer entzündlichen Arthritis in Männern über 40 Jahren.
  • Hyperurikämie und Gicht sind stark assoziiert mit Übergewicht und dem metabolischen Syndrom.
  • Ernährungs- und Lifestyle-Anpassungen sind im Management der Gicht empfohlen.
  • Der Rheumatologe sollte in jeglichen nichtdiagnostizierten Gelenkserkrankungen immer nach Gicht suchen, sogar wenn die Harnsäurelevel im Serum normal sind, das beteiligte Gelenk atypisch ist und die Anfälle chronisch oder polyartikulär sind.
  • Die Komorbiditäten des Patienten, einschliesslich der Nieren- und Leber-Funktion, sollten beurteilt werden um die sicherste Behandlungsoption für aktue Gicht oder chronische symptomatische Hyperurikämie festzulegen.
  • Behandlungsziel ist ein Serum-Harnsäurelevel von <6.0 mg/dL.

Von Gicht betroffene Gelenke:

Die Gelenke der unteren Glieder sind typischerweise öfter betroffen als diejenige der oberen Glieder. Das erste Metatarsophalangeal-Gelenk (MTP) der grossen Zehe ist in 50% der ersten Anfälle und im Verlauf in über 90% aller Patienten betroffen.

Akute Gicht des ersten MTP wird auch Podagra genannt. Nach den MTP-Gelenken sind, nach absteigender Häufigkeit, folgende Gelenke betroffen: Fussrist, Knöchel, Ferse, Knie, Handgelenk, Finger, Ellenbogen.

Radiographische Merkmale:

  • Gelenke
    • Gelenkserguss (frühestes Zeichen)
    • Erhalt des Gelenkspalts bis in die späten Stadien der Erkrankung
    • Abwesenheit von periartikulärer Osteopenie
    • Exzentrische Erosionen
    • Typisches Erscheinungsbild von "ausgestanzten" Erosionen mit sklerotischen Rändern in einer marginalen und gelenknahen Verteilung, mit überhängenden Kanten
  • Knochen
    • Ausgestanzte lytische Knochenläsionen
    • Überhängende sklerotische Ränder
    • Avaskuläre Nekrose
    • Normale Mineralisation
  • Umgebendes Bindegewebe
    • Tophi: pathognomonisch
    • Olekranon- und präpatelläre Bursitis
    • Periatikuläre Bindegewebsschwellung aufgrund von Kristallablagerung in Tophi um das Gelenk ist häufig
    • Eine Bindegewebsschwellung kann aufgrund der Kristalle hyperdens sein und die Tophi können auch verkalken (bei fehlender Nierenerkrankung ungewöhnlich)

Ultraschall

Es gibt durchaus Variationen im Erscheinungsbild, aber die Tophi sind meist eher hyperechogen, heterogen und haben schlecht definierte Konturen. Es können mehrere zusammen gruppiert sein und von anechogenen Halos umgeben sein.

MRI

Signalzeichen von gichtigen Tophi sind normalerweise:

T1: isointens

T2: variabel, die Hauptzahl der Läsionen sind charakteristisch heterogen hypointens

T1 C+ (Gd): Tophus reichert of Kontrastmittel an


Pubmed

UpToDate

Images


Video


Web:

Gout Image Gallery

Medscape

Arthritis Foundation Gout Symptoms

NIAMS Fast Facts

Gicht Rheumatic Hand

Gout diet - MayoClinic

Gicht und Pseudogicht - Patientenbroschüre Rheumaliga Schweiz (German)


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