1 Einleitung

Gezielte therapeutische Infiltrationen von Gelenken, periartikulären Strukturen, Sehnenscheiden oder von Bursen gehören zu den wesentlichsten Behandlungen bei entzündlich-rheumatischen oder bei entzündlich aktivierten degenerativen Krankheiten des Bewegungsapparates. Im Weiteren werden Infiltrationen periartikulärer Strukturen auch in posttraumatischen Situationen oder bei Überlastungssyndromen vorgenommen (Tab. 1).

Indikationen für Infiltrationen des Bewegungsapparates

  • Nicht-infektiöse undifferenzierte Mono- oder Oligoarthritiden 
  • Kristallarthritiden 
  • Mono- bis Polyarthritiden bei Autoimmunkrankheiten, z.B. bei der rheumatoiden Arthritis
  • Arthrosen 
  • Degenerative Weichteilerkrankungen („Periarthropathien“), insbesondere der Schulter 
  • Adhäsive Kapsulitis (frozen shoulder) 
  • Bursitis bei entzündlicher Erkrankung (z.B. autoimmun oder kristallassoziiert) 
  • Tenosynovitis bei entzündlicher Erkrankung (z.B. autoimmun oder kristallassoziiert) 
  • Nervenkompressionssyndrome, insbesondere das Carpaltunnelsyndrom
  • Chronische Epikondylopathie (z.B. PRP= Plateled Rich Plasma, Hyaluronsäure)
  • Degenerative oder (post-) traumatische Sehnenprobleme (z.B. PRP= Plateled Rich Plasma, Hyaluronsäure)

Tab. 1

Bei artikulärer oder periartikulärer Entzündung ermöglicht die gezielte lokale Infiltration eine rasche und nebenwirkungsarme Entzündungshemmung, die beispielsweise bei einer Arthritis durch die Verwendung von kristallinen Steroidpräparaten oft lange anhält.

Wenn ein Erguss vorliegt, ist es oft sinnvoll, vor der Infiltration eine diagnostische und/oder therapeutische Punktion mit Bestimmung von Zellzahl, Untersuchung des Grampräparates, Zelldifferenzierung, Kristallanalyse und je nach Klinik Kultur- und PCR-Untersuchungen vorzunehmen. Die Synovialflüssigkeitsanalyse hilft in der Differenzierung zwischen einer nichtentzündlichen und einer entzündlichen Arthropathie (Tab. 2).

normalnicht-entzündlichentzündlichseptischhämorrhagisch
Farbeklarklartrübtrübblutig
Viskositäthochhochtiefverschiedenverschieden
wbc/mm3<200≤2000>2000>50000verschieden
>td ###<25≤25>25>50verschieden

Tab. 2: Synovialflüssigkeitsanalyse, wbc/mm= Granulozyten pro mm3, PMN = polynukleäre neutrophile Granulozyten

Wir gehen in dieser Publikation auf Indikationen, Kontraindikationen, auf die von den Autoren bevorzugte klinische und ultraschallgesteuerte Techniken und auf mögliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Nebenwirkungen der intraartikulären und periartikulären Infiltration ein.